Die Kelten

Die Kelten

Es ranken sich viele Geheimnisse um sie, die einst als Zeitgenossen der alten Griechen und Römer weite Teile Mitteleuropas besiedelten.
Wir kennen die Kelten vielleicht aus den „Asterix-Comics“, in denen Asterix und Obelix in einem kleinen Dorf im Gallien der Zeit um 50 vor Christus mit Hilfe eines Zaubertranks ihres Druiden Miraculix den römischen Eroberern Widerstand leisteten.

Die Bezeichnung „Kelten“ kommt vom griechischen „keltoi“, das der antike griechische Geschichtsschreiber Herodot das erste Mal um 450 vor Christus verwendet. Es soll so viel heißen wie „die Tapferen“, „die Kühnen“.

Die Kelten waren weder ein homogenes Volk, noch eine europäische Ur-Gemeinschaft. Sie waren nie zentral organisiert und hatten nie einen von allen Seiten akzeptierten Führer oder gar einen Staat. Vielmehr verteilten sich die Kelten auf viele verschiedene Stämme und Stammesverbände, die einige kulturelle Gemeinsamkeiten hatten. Bei uns siedelte der Stamm der Vindeliker, deren Hauptstadt in Manching lag.

In der frühkeltischen Hallstattzeit zwischen 800 bis 450 vor Christus war die Bestattung in Hügelgräbern die rituelle Norm. Allerdings wurden nur die Höhergestellten in Hügelgräbern bestattet. Die einfache Unterschicht wurde in Form von Leichenbrand in Flachgräbern beerdigt. Während bei der Elite feine Abstufungen aufgrund der Grabbeigaben möglich waren, entfielen diese bei den einfachen Flachgräbern. Unsere Region wird durch zahlreiche Hügelgräberfelder geprägt.

Zum Siedlungsbild der Kelten während der sogenannten späten Latènezeit zwischen dem zweiten und ersten Jahrhundert vor Christus gehörten so genannte Viereckschanzen – befestigte ländliche Gehöfte. In der Regel bestand ein keltisches Gehöft aus mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden (Pfosten- oder Blockwandbauten und Grubenhäuser). Bei Ausgrabungen werden meist nur noch die Standspuren der hölzernen Pfosten und die Abfallgruben der Siedlungen gefunden. Über das Innere der Häuser ist – abgesehen von Herdstellen und technischen Installationen wie Öfen – wenig bekannt.

Keltisches Dorf

Beispiel eines Keltenhauses aus dem Geschichtsdorf Landersdorf (Foto: Stadt Roth)

Im Heilachwald zwischen Bachern und dem Weiler Seewieshof finden sich einige Zeugnisse der Kelten. Aus der Zeit vom achten bis zum fünften Jahrhundert vor Christus, der Hallstattzeit, stammt die dortige große Begräbnisstätte mit 72 Grabhügeln, die dem Wald seinen Namen gegeben haben. Denn Heilach leitet sich vom althochdeutschen „heilac“ ab und bedeutet „heilig“.

Mehrere Jahrhunderte später in der sogenannten späten Latènezeit, also zwischen dem zweiten und ersten Jahrhundert vor Christus, stand hier wohl ein keltischer Herrenhof. Die Anlage war von einem heute nur noch schwach sichtbaren, ehemals aber hohen Wall und tiefen Graben umgeben. Auf dem Wall schützte wohl eine Holzpalisade die Anlage. Der Eingang lag im Osten mit einem Torturm und einer Holzbrücke über dem Graben.

Keltendorf

Ein Keltentor aus dem Archäologiepark Altmühltal (Foto: Mauritius)

Der Niedergang der keltischen Macht ab dem 1. Jahrhundert vor Christus ist dem zunehmenden Druck germanischer Plünderungszüge geschuldet. Die Keltenstädte hielten dem auf Dauer nicht stand und in der Folgezeit gingen viele von ihnen verloren. Wie zur Zeit der großen Wanderungen verödete das Land, so dass die Römer bei der Eroberung des Voralpenlandes im Jahr 15 vor Christus leichtes Spiel hatten.

„Die Kelten gehen eigentlich nicht unter, sondern sie gehen im römischen Reich auf. In den letzten beiden Jahrhunderten vor Christus geraten sie „zwischen Hammer und Amboss“: Im Norden rücken immer mehr germanische Stämme vor und im Süden expandiert immer mehr das Römische Reich. Schließlich besetzt das Römische Reich fast alle keltischen Gebiete mit Ausnahme von Irland. In der Folge übernehmen die Kelten die römische Kultur. Sie haben ja auch vorher schon eine Stadtkultur. Sie wissen, was eine Stadt ist und kennen ihre Vorteile, sie haben eine Münzwirtschaft. So fiel es ihnen relativ leicht, in dieser römischen Kultur aufzugehen.“ (Aus SWR-Wissen)

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